Das angebotene Themenspektrum
umfasst aktuell die folgenden Bereiche:

Eine Erklärung, weshalb eine fachübergreifende Beschäftigung mit dem Klimawandel sinnvoll erscheint, finden Sie im folgenden.
Orientierung in einer komplexen Welt
Henry David Thoreau als Vordenker der Einfachheit

Im Buch „Walden oder Leben in den Wäldern“ des amerikanischen Schriftstellers Henry David Thoreau (1817 – 1862), das 1854 erschien, und der darin sein Experiment eines einfachen Lebens am Waldensee im Bundesstaat Massachusetts beschreibt, findet sich die Passage:
„Einfachheit, Einfachheit, Einfachheit! Lass deine Geschäfte zwei oder drei sein, sage ich dir, und nicht hundert oder tausend, statt eine Million zu zählen, zähle ein halbes Dutzend und führe Buch auf deinem Daumennagel!
Über dieser brandenden See des zivilisierten Lebens gibt es so viele Klippen und tausend andere Dinge, denen Rechnung getragen werden muss, dass der Mensch, wenn er nicht Schiffbruch leiden, versinken und nie den Hafen erreichen will, schnell seinen Überschlag zu machen imstande sein muss. Und der, dem es gelingt, muss einfach ein großer Rechenmeister sein.“
Quelle: Walden, Diogenes Verlag, 1971, Seite 99
Zur damaligen Zeit gab es die ersten Anwendungen von elektrischem Strom, dennoch war Thoreau den technischen Entwicklungen gegenüber bereits skeptisch.
Die heutige Gesellschaft ist im Vergleich dazu hochspezialisiert. Erst dies hat technische Entwicklungen wie den Computer möglich gemacht, gleichzeitig ist das Wissen der meisten Menschen über den eigenen Tellerrand hinaus begrenzt.
Wie soll man / frau die Bedeutung anderer Fachgebiete für ein Thema bewerten, wenn einem diese nur wenig bekannt sind?
Das Funktionieren einer arbeitsteiligen Gesellschaft setzt voraus, daß die einzelnen Gebiete für sich gut arbeiten. Aber selbst dann braucht es eine übergeordnete Einheit, die einen Überblick über die einzelnen Gebiete besitzt.
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich Zweifel ergeben, ob die einzelnen Gebiete innerhalb unserer Gesellschaft oder der Welt gut funktionieren. Mehrere Krisen / Skandale wie die Finanzkrise, Dieselskandal, Cum-Ex-/Cum-Cum-Skandal, Insektensterben usw. haben gezeigt, daß die Regeln innerhalb dieser Gebiete unzureichend kontrolliert werden.
Eigene Erfahrung
Durch eigene Erfahrung, u. a. im Zweitstudium der Wirtschaftswissenschaften, durch Beschäftigung mit Medien, Public Relations und Entwicklungspolitik wurde klar, wie begrenzt geeignet fachspezifische Ansätze (z. B. der technischen Fächer) zur Lösung der Klimakrise sind. Im Ingenieurstudium wird vermittelt, daß technisch und kostenmäßig optimierte Anlagen das Klimaproblem lösen können. Das Konzept der externen Kosten der Umweltökonomie zeigt hingegen, daß die alleinige Verbesserung technischer Anlagen nicht automatisch zur Lösung des Klimaproblems führt. Weiter werden in der Ingenieursausbildung Methoden des Marketing oder der Öffentlichkeitsarbeit (PR) oder auch die Bedeutung von Medien nicht oder nur am Rande behandelt.
Das Nichtwissen über andere Disziplinen führt vielfach zur Überschätzung der Lösungsmöglichkeiten des eigenen Fachgebiets.
Fachübergreifender Ansatz und 1. Gossensches Gesetz
Eine qualitative Begründung, warum ein Fachübergreifender Ansatz in der Klimabildung sinnvoll ist, soll unter Hinzunahme des 1. Gossenschen Gesetz (nach Hermann Heinrich Gossen, 1810 – 1858), d. h. des ökonomischen „Gesetzes des abnehmenden Grenznutzens“ gegeben werden:
Plakativ: einem Durstigen stiftet das 1. Glas Wasser den größten Nutzen. Das 2. Glas bringt weiteren Nutzen, der aber nicht mehr so hoch ist wie der des 1. Glases, usw. Dieser Zusammenhang trifft auf viele Gebiete zu.
Zum Verständnis des Klimawandels erscheint eine einführende Beschäftigung mit verschiedenen (relevanten) Themenfeldern für das Gesamtverständnis gewinnbringender als eine Fokussierung auf ein oder zwei Themenfelder (da hier der Grenznutzen, d. h. der zusätzliche Nutzen je zusätzlich investierter Zeiteinheit, bei Beschäftigung mit einem Themenfeld stärker abnimmt als bei den verschiedenen Themenfeldern).
Fazit
Um als Engagierte/r oder beruflich mit Klimaschutz befasste Person politische, persönliche oder berufliche Entscheidungen zu treffen, ist ein fachübergreifendes Verständnis zum Klimawandel, das neben Klimawissenschaft, Technik und Wirtschaft zusätzlich relevante Themen wie Politik, Medien, Bildung usw. umfasst, vorteilhaft, um die Bedeutung der zugehörigen Fachgebiete für die Lösung der Klimakrise zu verstehen und Schwerpunkte zu erkennen.
Bisher wurde die Behandlung des Themas vorwiegend Naturwissenschaftlern, Ingenieuren und Ökonomen überlassen. Nach meiner jetzigen Überzeugung ist das zu kurz gedacht.
Durch Beteiligung verschiedener Disziplinen können sowohl mehr Menschen aktiviert als auch bessere Lösungen zur Klimakrise gefunden werden.
