
Im Film „Eine unbequeme Wahrheit“ von 2006 zitiert der frühere amerikanische Vizepräsident und spätere Friedensnobelpreisträger Al Gore den Schriftsteller Mark Twain (1835-1910):
„Was uns Probleme macht, ist nicht das, was wir nicht wissen, sondern das, was wir mit Sicherheit wissen, was aber in Wahrheit falsch ist.“
Während ich bis vor Kurzem noch sicher war, für wen diese Aussage im Klimazusammenhang am ehesten gilt, stelle ich fest, daß es gleichwohl Gründe gibt, skeptisch z. B. in Hinsicht auf bestimmte Klimaschutzmaßnahmen zu sein.
Die Beobachtungen über den Anstieg der globalen, mittleren Erdtemperatur in den vergangenen Jahrzehnten werden von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert.
Die THG-Emissionen, hier unterschieden nach den Hauptgasen Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O), steigen bis heute an.

Quelle: Wikipedia.de: „Liste der größten CO2-Emittenten“ (CO2-Äquivalent), (Gütschow, 2019)
Das Pariser Abkommen von 2015 baut auf Erkenntnissen u. a. des Weltklimarats (IPCC) auf. Der Weltklimarat sieht mittlerweile den Anstieg der beobachteten Erdtemperatur als Ergebnis menschlicher Aktivitäten als eindeutig an (6. Sachstandsbericht, 2023).
Um das sogenannte 2 °C-Ziel bzw. idealerweise das 1,5 °C-Ziel (Anstieg der mittleren Erdtemperatur bis zum Jahr 2100 gegenüber ca. 1850) zu erreichen, wird eine anspruchsvolle Senkung der weltweiten Treibhausgas-(THG) Emissionen in den kommenden Jahren erforderlich.
Im o. g. 6. Sachstandsbericht des Weltklimarats (IPCC) von 2023 wurden auf Grundlage von Klimamodellen sog. verbleibende CO2-Budgets ermittelt, die nicht überschritten werden dürfen, um einen max. Temperaturanstieg wie z. B. 1,5 °C oder 2 °C (vgl. Ziele von Paris, oben) mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit einzuhalten. Basisjahr ist 2020.
Als Beispiel beträgt bei einer Emission von 400 Mrd. t CO2-Äquivalent weltweit die Wahrscheinlichkeit, daß die Erderwärmung bis 2100 1,5 °C nicht überschreitet 67 %. Um sicherer zu sein, daß diese Temperatur nicht überschritten wird, muss die THG-Menge reduziert werden.
Angesichts nach wie vor steigender THG-Emissionen, die aktuell bei ca. 50 Mrd. t/Jahr CO2-Äquivalent weltweit liegen, scheint klar zu sein, daß das 1,5 °C-Ziel nicht erreicht wird.
Auf der anderen Seite gibt es prinzipielle Zweifel an der Genauigkeit von Klimamodellen, verschiedene Positionen, welchen Anteil menschliche Aktivitäten am Klimawandel haben, sowie die Beobachtung, daß von der vorherrschenden Meinung abweichende Positionen in der Wissenschaft kaum noch diskutiert oder zur Diskussion zugelassen werden.
Als Ingenieur mit beruflicher Erfahrung in der Modellierung thermischer Systeme, gleichwohl aber als Quereinsteiger in Bezug auf komplexe Klimamodelle, sehe ich meine Position darin, den TeilnehmerInnen Zusammenhänge und Sichtweisen vorzustellen und Raum für eine offene Diskussion zu bieten.
